Schnelleinsatzgruppe (SEG)

Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des ASB Mainz-Bingen. /HOEREG

Die SEG des Arbeiter-Samariter-Bundes wurde am 02.12.1988 in Anwesenheit des damaligen Innenministers Walter Zuber in Dienst gestellt. Auslöser waren der Brand der Unikliniken in Mainz im Frühjahr 1988 sowie die Ereignisse im August desselben Jahres in Ramstein.

Was ist eine Schnelleinsatzgruppe?
Unter einer Schnelleinsatzgruppe (SEG) versteht man eine Gruppe aus medizinisch und/oder technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Diese Gruppen unterstützen den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen und bei einem Massenanfall von Verletzten und schließen dabei die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Die Notwendigkeit zur Bildung von Schnelleinsatzgruppen ergab sich aus der Struktur des Rettungsdienstes. Der Rettungsdienst ist primär auf Individualnotfälle ausgerichtet, bei größeren Schadensfällen ist bis in die frühen 90er Jahre oftmals eine Versorgungslücke aufgetreten, da Einheiten des Katastrophenschutzes für die Rettungsdienstunterstützung zu groß und träge waren.

Ab 1988 wurden in Deutschland daher oftmals aus den Katastrophenschutzverbänden kleine flexible Einheiten gebildet, welche in der Lage sind, den Rettungsdienst Tag und Nacht schnell und effektiv zu unterstützen: Die Schnelleinsatzgruppen der Neuzeit waren gegründet.

In Wirklichkeit ist das Konzept der Schnelleinsatzgruppen aber gar nicht so neu. Dr. Heiner Hellweg datierte in seinem Referat auf dem 14. Bundeskongress Rettungsdienst 1994 in Köln die ersten Gruppen dieser Art bereits auf das Jahr 1948, wies aber auch auf die aus ähnlichen Motiven wesentlich früher gegründeten Hilfevereine des 19. Jahrhunderts hin, nicht zuletzt den Arbeiter-Samariter-Bund und das Rote Kreuz.